WordPress 3 steht in den Startlöchern

WordPress, das wohl beliebteste Blog-System das schon lange nicht mehr nur für Blogs eingesetzt wird, wird bald in der Version 3 für jedermann verfügbar sein.

Da ich selbst einige WordPress-Seiten betreue, ein eigenes Plugin geschrieben habe und mich generell für alles rund um die Web-Entwicklung interessiere, habe ich schonmal einige Blicke auf das neue System geworfen. Im Folgenden also eine kleine Übersicht der interessantesten Neuerungen.

Admin-User bei der Installation

Bisher wurde bei der WordPress-Installation der Standard-User “admin” angelegt, dessen Passwort man kopieren musste um den User im Admin anschließend zu löschen. Wer nach der Installation keinen neuen User anlegte und den “admin” am Leben ließ, war ein leichteres Ziel für Bruteforce-Attacken.

WordPress 3 wartet hier mit einem besseren Ansatz auf, da man den Usernamen des Standard-Admin genauso festlegen kann wie das Passwort, so dass Bruteforce-Angriffe nicht mehr ohne den Usernamen auskommen.

Die neue Installations-Startseite

Custom Header

Im Admin von WordPress 3 können User ganz leicht und bequem ein eigenes Headerbild hochladen oder aus einer Auswahl nehmen, wenn das verwendete Theme diese Funktion unterstützt.

Diese Funktionalität ermöglicht es auf der ein oder anderen Seite auf einen Eigenbau im Theme zu verzichten, der bisher notwendig war um das Headerbild vom Kunden / Vereinsheini / etc. leicht ändern lassen zu können.

Zur Integration neuer Features in eigene Themes wird es später noch Artikel geben.

Admin-Seite für eigene Header

Custom Background

Neben einem individuellen Header-Bild lässt sich auch ein individueller Hintergrund wählen, dies jedoch auch nur wenn es vom verwendeten Theme unterstützt wird.

Es kann wahlweise ein Hintergrundbild hochgeladen werden, dass (un)gekachelt angezeigt wird oder man wählt eine Farbe aus, die verwendet werden soll.

Admin-Seite für eigene Hintergründe

Kurze URL für twitter und Facebook

Ein nettes Gimmick in WordPress 3 ist die integrierte Funktion kurze URL zu Artikeln zu generieren, die sich für Twitter und Co. eignen, ohne auf einen URL-Kürzer wie bit.ly, is.gd, etc. angewiesen zu sein.

Ist die Domain der Seite zu lang, kommt man unter Umständen natürlich trotzdem nicht um einen der genannten Dienste herum.

Im Artikel-Editor eine kurze URL generieren Lassen

100% individuelle Navigationen

WordPress 3 bringt ein lange erwartetes Feature, dass ins Besondere von all jenen bejubelt werden wird, die das System als CMS für Nicht-Blog-Seiten verwenden.

Wer WordPress schon für die Pflege von “einfachen” Internetseiten eingesetzt hat ist vielleicht auch schon auf das Problem gestoßen einen externen Link an einer bestimmten Stelle in der Navigation einfügen zu wollen. Ohne zusätzliche Plugins war dies bisher nicht möglich, doch das hat nun ein Ende.

Dass Zusammenbauen einer Navigation aus verschiedenen Komponenten wie Seiten, Artikeln und externen Links ist auch noch nicht genug. Dem Trend mehere Navigationen zu nutzen trägt WordPress 3 Rechnung, so dass man (wenn vom Theme unterstützt) unterschiedliche Navigationen verwalten kann.

Folgende Struktur im Admin …

sieht im Frontend so aus.

Custom Post Types

Für manche Einsatzzwecke wünschte man sich auch bisher schon die Möglichkeit eigene Inhaltstypen anzulegen, wie dies in “vollwertigen” CMS-Systemen wie Drupal und anderen der Fall ist. Mit dem neuen Feature “Custom Post Types” bietet WordPress nun eine einfache Möglichkeit mit wenigen Handgriffen neue Typen anzulegen.

Als Beispiel sieht man im Folgenden wie der neue Typ “Filme” angelegt wird, so dass man leicht eine kleine Verwaltung für Film-Empfehlungen aufbauen kann.

Wenig Code für das Anlegen des Inhaltstyps “Filme” …

function post_type_movie() {

	register_post_type( 'movie', array( 'label' => __('Filme'), 'public' => true, 'show_ui' => true ) );
	register_taxonomy_for_object_type('post_tag', 'movie');
}

add_action('init', 'post_type_movie');

und schon gibt es einen neuen Navigationspunkt im Admin.

Mehrere Blogs mit einer Installation

Bisher gibt es mit WordPress MU eine Multiuser-Version von WordPress, die das Anlegen und Verwalten von beliebig vielen Blogs auf einer einzigen Installation ermöglicht. Um den Aufwand für das Pflegen zweier System-Versionen einzusparen wurde für die kommende WordPress-Version 3 viel Zeit in das Zusammenlegen dieser Systeme investiert.

In Zukunft wird es also mit jeder WordPress-Installation möglich sein mehrere Blogs zu verwalten.

Mit folgender Zeile in der wp-config.php …

define('WP_ALLOW_MULTISITE', true);

wird der Mehr-Benutzer-Betrieb aktiviert.

Fazit

Die neue WordPress-Version bringt viel Neues mit, aber auch Altbekanntes das bisher nur über Plugins oder Programmierung im Theme realisierbar war. Für mich persönlich ist die Verwaltung der Navigation die wichtigste Neuerung, da ich Vereinsseiten und andere Projekte mit WordPress verwalte und das setzen individueller Links immer wieder eine Herausforderung mit sich brachte.

Die Integration von WordPress MU in den WordPress-Kern verspricht sicherlich auch dort noch einiges an Neuerungen für die Zukunft.

In meinen bisherigen Tests lief das System sehr gut, so dass ich optimistisch bin dass die finale Version nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Frage an euch:

Auf welches Feature freut ihr euch am meisten und setzt ihr WordPress überwiegend als reines Blog-System oder auch als CMS ein ?

define(‘WP_ALLOW_MULTISITE’, true);
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